Das Thesa - Feriendorf, ein neuer Ortsteil
1961 In einer Entfernung von etwa zwei Kilometern in östlicher Lage zum Ortskern hat sich seit dem Jahre 1961 ein neuer Ortsteil entwickelt, allgemein als „Feriendorf" bezeich-net. In diesem leicht hügeligen Gelände, das bislang landwirtschaftlich genutzt wurde und Jahrhunderte hindurch als eine der Ernährungsgrundlagen für die landwirtschaft-treibende Bevölkerung diente, enstand ein vollkommen neuer Ortsteil.
Nach dem Plan eines Saarbrücker Kaufmanns sollte hier ein kleines Erholungszentrum in landschaftlich und klimatisch günstiger Lage und unter Berücksichtigung der verkehrstechnisch guten Erreichbarkeit von den Städten des Saarlandes geschaffen werden. In den Jahren 1959/60 begann er mit seinen Verhandlungen hinsichtlich des Grunderwerbs. Der Grundstein zu den ersten Häusern, damals noch als Wochenend-häuser bezeichnet, wurde im April 1961 gelegt. Von diesem Zeitpunkt ab wurde das Unternehmen unter der Regie der „Thesa-Ferienhaus GmbH", an dessen Spitze nach wie vor der Initiator der neuen Siedlung, Fritz Woll, steht, weitergeführt.
Blick auf den neuen Ortsteil „Thesa-Feriendorf". Rechts einer der alten Kalköfen, die viele Jahr-zehnte hindurch für zahlreiche Baulustige der nahen und weiten Umgebung Kalk „brannten". Eine unter Naturdenkmalschutz ste-hende Edelkastanie gibt dem Bild einen weiteren Reiz.
Nach größerem Grunderwerb wurde auch die Erweiterung der Planung vorgenommen. Die Häuser wurden mit elektrischer Energie versorgt und schließlich auch die Versorgungsleitung mit der Stammgemeinde Honzrath (Wasser- und Kanallei-tungen) hergestellt. Der bisherige verbindende Feldweg wurde als ordentliche Straße ausgebaut, vorauf hin die Gemeindevertretung einem neuen Bebauungsplan zustimmt, der den Bau von 125 Wohnhäusern, einem Geschäftszentrum mit verschiedenen Ladengeschäften und andere Anlagen vorsieht. Im Sommer 1962 nahmen die Besitzer der ersten Häuser des „neuen" Honzrath von ihrem Eigentum Besitz. Ein vom Regierungspräsidium Nordwürttemberg vereidigter Sachverständiger hat das Objekt damals wie folgt zusammenfassend beurteilt:
„Objekt mit sinnvoller Gesamtplanung. Aufbaumäßig systematisch organisiert. In keiner Form Provisorien. Trotz beschränkter Zahl von Bautypen kein Eindruck von Monotonie. Fertige Abschnitte und Teilabschnitte auch hinsichtlich der Erschließung und des Straßen-ausbaues abgeschlossen. Die Möglichkeit zukünftiger Weiterentwicklung ist offengelassen.Es erscheint verfrüht, heute bereits über wechselseitige Einwirkung von altem Dorf mit seiner größtenteils alteingesessenen Bevölkerung und neuem Ortsteil, der ausschließlich aus neuzugezogenen Personen besteht, zu urteilen und überhaupt die Auswirkungen dieses Projektes auf das alte Dorf zu untersuchen. Das sogenannte „Feriendorf", um es einmal so zu bezeichnen, stellt bereits heute im Munde berufener Persönlichkeiten eine Mustersiedlung dar".
